The Team
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Martin Scharfe Teamleader |
Tour details
Nordwestgrat
Das Mammut-Peak-Project stand plötzlich im Raum und ich konnte es kaum fassen, daß ich in die zweite Runde eingezogen bin. Dann begann das große Grübeln: Was würdest Du für eine Tour machen, wenn Du einen Bergführer mit dabei hättest? Es sollte eine Tour gefunden werden, die Elemente des Bergsteigens beinhaltet, die ich bisher noch nicht kenne. Aber es soll natürlich ein Berg sein, der trotz Bergführer machbar ist. Sprich: Der Bergführer soll mich nicht den Berg rauftragen.
Spätestens seit der Überschreitung des Watzmanns mag ich abgelegene und ruhige Berge lieber als daß es mir wichtig wäre große Namen in mein Tourenbuch zu schreiben. Dies alles vereinfachte die Suche nach einem geeigneten Gipfel natürlich nicht.
Mir war recht schnell klar, daß auch ein Gletscher oder zumindest das Gehen mit Steigeisen bei der Tour mit auftauchen sollte. Weiterhin sollten zusätzliche Sicherungstechniken mit Seil involviert sein, denn das Klettersteigset kenne ich zur genüge.
Als erste Berge hatte ich „Petit Dru“ und „Grand Dru“ auf der Liste. Nach der Internetrecherche stellte sich aber schnell heraus, daß dieser Berg doch deutlich mehr Erfahrung benötigen würde.
Weitere Möglichkeiten wurden mit befreundeten Bergsteigern durchgesprochen und langsam rückte der Monte Disgrazia in den Fokus. Kurzfristig hatte ich auch an einem 4000er Interesse. Dieser wurde aber wieder von der Liste gestrichen, weil schlicht auf den Bildern immer zu viele Alpinisten unterwegs waren und neben einem Bild sogar von einem Stau an der Schlüsselstelle die Rede war.
Nach genauerer Inspektion und Internetrecherche des relativ selten begangenen Berges stand dann der Berg der Berge fest: Der Monte Disgrazia!
Der höchste Berg des Bergell ist stolze 3678m hoch. Mit der Bewertung AD ist er bergsteigerisch genauso bewertet wie der Jubiläumsgrat, den ich ja schon begangen habe. Beim Monte Disgrazia kommen allerdings noch die Gletscherbegehung und die Seiltechniken hinzu. Perfekt! Zu guter letzt bietet er verschieden schwere Aufstiegsmöglichkeiten (vgl. Bild 1; Bild 2 ist die normale Variante) und sogar eine Überschreitung (auf Bild 1 Route 1 und Route 5 z.B.) ist drin. Der Höhenunterschied vom Ausgangspunkt ist mit 1700m angegeben und von der Hütte sind 8h für den Normalweg bis zur Rückkehr an die Hütte verbucht. Mit diesen Daten ist der Berg für mich konditionell machbar.
Den Juli habe ich gewählt, weil im Juni normalerweise noch zu viel Schnee liegt, da müßte man unangenehmerweise mit Steigeisen klettern. Im August sind die Firnrinnen weggetaut. Diese sind aber nach Beschreibungen durchaus hilfreich beim Klettern.
Nach mehreren Nächten drüber schlafen und glücklicherweise vielen Träumen vom Bergsteigen habe ich mich entschieden, daß der Monte Disgrazia für mich und das Mammut-Peak-Project perfekt sind. Bleibt zu hoffen, daß die Jury das ebenso sieht…
Berg Heil!
Martin
Tour Pictures


